2024 – ein Bericht zum Auslandspraktikum in Tromsø von Eva…
Hallo!
Mein Name ist Eva, ich mache eine Ausbildung zur Biologisch-Technischen Assistentin an der BS 06 und ich durfte im Herbst/Winter 2024 ein Auslandspraktikum an der Arctic University of Norway (UiT) in Tromsø absolvieren.
Vorbereitung und Anreise
Am Anfang meiner Ausbildung erfuhr ich, dass die BS 06 Auslandsaufenthalte mit Erasmus+ ermöglicht. Ich bewarb mich November 2023 erfolgreich bei einer Arbeitsgruppe im Bereich Pflanzen- und Mikrobiologie, und sicherte mir dort einen Praktikumsplatz ab September 2024. Einige Tage vor Praktikumsbeginn flog ich dann endlich Richtung Norden und kam heile an.
Erste Eindrücke
Am ersten Abend erblickte ich schon Polarlichter! In den Herbst- und Wintermonaten, wenn die Sonnenstunden abnehmen, sind Polarlichter in Tromsø eine alltägliche Erscheinung. Generell stehen Tromsø und Umgebung ganz im Zeichen der unberührten Natur. Von der Insel aus – denn Tromsø liegt zum Großteil auf einer Insel – blickt man in alle Richtungen auf Berge. An dieser Kulisse, die je nach Jahreszeit und Wetter andere Farben annimmt, konnte ich mich bis zum Ende meines Aufenthaltes nicht sattsehen.

Das Praktikum
Auch durch die Fenster der Labore meiner Arbeitsgruppe hatte ich immer Berge und Meer im Blick. Wenn ich nicht gerade die Aussicht bewunderte, arbeitete ich einem Doktoranden zu, der im Rahmen seines Projektes die Aktivität eines pflanzlichen Enzyms optimiert. So gehörten zum Beispiel PCRs, bakterielle Transformationen und die Kultivierung von E. coli zu meinen täglichen Aufgaben. Ich übernahm zudem routinemäßige Arbeiten im Labor wie das Ansetzen von Stocklösungen und Medien. Als Praktikantin wurde ich als vollwertiges Mitglied der Gruppe behandelt und zu allen Gruppenmeetings, Seminaren und Freizeitaktivitäten eingeladen. Ich ging sehr gerne zur Arbeit, konnte reichlich dazulernen und fühlte mich bestens aufgehoben.
Freizeit
Nach der Arbeit nahm ich zweimal pro Woche am kostenfreien Norwegischkurs der UiT teil, der für Studierende und Mitarbeitende aus dem Ausland angeboten wird. An anderen Tagen machte ich häufig eine Runde auf der Insel, denn Tromsø ist in dieser Jahreszeit trotz der Dunkelheit zauberhaft: Die Häuser sind liebevoll dekoriert und nach einem Spaziergang durch den Schnee lädt der allgegenwärtige kanelsnurr-Geruch zum Verweilen in einem Café ein. Viele Norweger nutzen auch in der Kälte jede Gelegenheit, draußen zu sein. So bin auch ich im kniehohen Schnee mit zwei Mitarbeitenden den Berg Rødtinden hochgewandert, und fühlte mich danach sofort ein wenig besser in die Kultur integriert.

Tipps für Interessierte
Die Tromsø-Erfahrung lässt sich nicht verallgemeinern, da sich die facettenreiche Region von einer Jahreszeit auf die nächste grundlegend verändert. Hat man die Wahl zwischen mehreren Praktikumszeiten, sollte man sich gut überlegen, von welcher Seite man die Stadt erleben möchte. In jedem Fall sollte man sich vor einem Aufenthalt in Tromsø rechtzeitig um eine Unterkunft kümmern, und vor dem Praktikumsstart genügend Geld beiseitelegen, um trotz der recht hohen Preise gut über die Runden zu kommen. Zuletzt ist wetterfeste Kleidung ein Must-Have für Norwegen, denn so kann man sich von dem – auch im Sommer – wechselhaften Wetter unabhängig machen und das gesamte Erlebnis mitnehmen.
Text und Fotos: Eva