2023 – ein Bericht zum Auslandspraktikum in Toronto und Calgary von Robert Alde…

Moin,

ich bin Robert Alde und ich hatte in diesem Sommer die Möglichkeit über Erasmus+ einen Teil meiner Ausbildung in Toronto zu verbringen.

Kurz zu mir: Ich bin 23 Jahre alt, lebe in der Nähe von Hamburg und befinde mich derzeit in Ausbildung zum Kaufmann für Spedition- und Logistikdienstleistungen. Diese kombiniere ich im dualen Modell mit einem BWL-Studium (Schwerpunkt Logistik) im sogenannten „Hamburger Logistik Bachelor“. Für mich hieß es Anfang Juli Koffer packen und auf nach Toronto, wo ich sieben Wochen in einer Tochtergesellschaft meines Ausbildungsbetriebs verbringen durfte.

Anreise & Unterkunft

Die Anreise verlief problemlos und auch die Einreise nach Kanada war mit sehr viel weniger Nervenkitzel verbunden, als ich gedacht hätte. Mein Chef holte mich vom Flughafen ab und 20min später stand ich in meinem Airbnb. Nach einem kurzen Abstecher zur Bar ging es schon ins Bett, bis mich am nächsten Morgen ein Kollege abgeholt hat.

Arbeiten in Kanada

Die Arbeitswelt ist in Kanada ähnlich strukturiert wie in Deutschland. Auch in Kanada wird Wert auf Pünktlichkeit, sowie ordentliches und genaues Arbeiten gelegt. Jedoch arbeiten die Kanadier nicht so  „verbissen“ wie es in Deutschland häufig der Fall ist. Das Gefühl auch mal mit 80 – 90% Arbeitsleistung zufrieden zu sein, und sich damit auch den Kollegen gegenüber wohl zu fühlen, war ein schöne und lehrreiche Erfahrung. Ungewöhnlich war die Stille im Büro, welche ich zuerst darauf zurückführte, dass ich neu im Team war. Die Stille hielt aber an und nach einer gewissen Zeit gewöhnte ich mich daran, dass kein Radio im Hintergrund lief. Hatte ich jedoch während der Arbeit mit anderen Kollegen zu tun, waren diese sehr freundlich, offen, bemüht und nicht abgeneigt etwas von mir über Deutschland zu erfahren oder einfach nur Small Talk zu führen. Generell habe ich mich im Büro sehr wohl gefühlt und bin stets gerne zur Arbeit gegangen.

Eindrücke & Reise

Kanada hat sehr viel mehr zu bieten als man denkt. Neben atemberaubender Natur, unendlich erscheinenden Wäldern und langen Highways, hat mich Toronto als grüne, lebenswerte und offene Stadt überrascht. Gerade die Nähe zum Wasser und viele Grünanlagen haben in mir teilweise sogar Heimatgefühle aufkommen lassen. Toronto ist in einigen Punkten ähnlich zu Hamburg und es gibt schöne Plätze abseits der großen Shopping Malls.

Fazit

Mich hat das Auslandspraktikum vor allem auf der persönlichen Ebene weitergebracht. Gerade die Tatsache, dass man sich, trotz der Ansprechpartner und Kollegen vor Ort, die meiste Zeit alleine im Ausland befindet, führt zu einer anderen Perspektive auf den eigenen Alltag. Dadurch hat sich gezeigt, dass ich meinen Wunsch in Zukunft im Ausland arbeiten zu wollen auf jeden Fall vorantreiben werde. Darüber hinaus war das Praktikum ein gutes Sprachtraining und auch das Zusammenarbeiten mit den Kollegen hat Verständnis dafür geschaffen, wenn man sich teilweise wundert, warum die Kollegen im Ausland länger brauchen, um zu antworten. Es hilft schon sich von der häufig strikten und geradlinigen deutschen Sichtweise zu lösen, um die Anliegen / Perspektiven der ausländischen Kollegen zu verstehen.

Text und Fotos: Robert Alde